Am 11. Und 12. Oktober bewerten Verkoster aus 25 Ländern in der Gräfelfinger Doemens-Akademie 1366 Biere (+ 23 %) aus 45 Ländern. Verbandspräsident Gerhard Ilgenfritz: „Ich glaube, wir können auf diese Entwicklung mehr als stolz sein, aus einer Idee ist ein Wettbewerb geworden, auf den die gesamte Braubranche schaut“. Preisverleihung ist am 14. November in Nürnberg auf der Brau Beviale.
Sinn und Zweck der Auszeichnung der besten Biere überhaupt ist die Darstellung der Brauerei- und Biervielfalt in Bayern und dem Rest der Welt. Ur-deutsche Kategorien wie Helles, Dunkles, Bock und Weißbier („South German-Style Hefeweizen“ etc.) werden ebenso bewertet wie Porter, Ale, belgisches Dubbel, India Pale Ale, Herb & Spice Beer. In absehbarer Zeit sollen auch Alkoholfreie dazukommen.
Der entscheidende Unterschied zur üblichen Beurteilung liegt darin, dass nicht die Produkte mit der höchsten Schaumstabilität und Haltbarkeit belobigt werden, sondern Biere mit Charakter. „Uns geht es nicht um Laborwerte, sondern um echte Vielfalt und Biere, bei denen man die Unterschiede schmeckt, um Biere mit Ecken und Kanten“, erläutert Gerhard Ilgenfritz auf einer Pressekonferenz in München. Zwei Trends seien zu beobachten – zum besonderen Bier, zu ursprünglichem Geschmack abseits weltweit gleicher Einheitsprodukte und zu Bieren mit höherem Alkoholgehalt. Privatbrauereien punkteten mit regionalen Rohstoffen, kurzen Vertriebswegen und Mehrweggebinden. „Viele Brauereien rücken Spezialitäten in den Mittelpunkt wie Unfiltrierte, saisonale Starkbiere. Märzen feiert ein Comeback.“
Erstaunlicherweise beweisen die US-Amerikaner immer mehr Stil in Sachen Bier. Die amerikanische Craft-Brewer-Szene – knapp 3000 private Braustätten! – sind den Deutschen sogar beim „Foodpairing“ ein Stück voraus. Unter Foodpairing – ein treffender deutscher Ausdruck stehe noch aus, so der Verbandspräsident – ist die harmonische Kombination von Bier und Speisen zu verstehen. Der Verband Private Brauereien Bayern e.V. ruft deshalb zur Aktion „Bier kombiniert“ auf und legt Brauereibesitzern und Braumeistern das Thema ans Herz. „Wir bieten Verkostungsschulungen an und zeigen, welche Bierstile es gibt, wie man Verbrauchern Biergeschmack erklärt und wie man Bier-Kulinarien veranstaltet.“
Dr. Werner Gloßner, Hauptgeschäftsführer des Verbands Private Brauereien, präsentierte das erste „BierGenussRad“, ein Konfigurator quasi für die Harmonie von Bieren mit bestimmten Speisen. „Das ist eine absolute Neuheit. Wir wollen damit erreichen, das Verbraucher mit den 19 meist verbreiteten Bieren, die in diesem Führer genannt sind, auf eine kulinarische Entdeckungsreise gehen.“ Das bunte „BierGenussRad“ können Brauereien und Gastronomie als „Vermittler“ des Wissens nutzen, welches Bier zu welchen Speisen passt. Denn wer weiß schon, dass z.B. ein Alt nicht nur zu Metthappen und Gegrilltem, sondern auch zu Nasi Goreng schmeckt und ein dunkler Weizenbock zu Tiramisu?
Eine an das Pressegespräch anschließende Verkostung bewies, wie gut z.B. das preisgekrönte Ayinger Jahrhundertbier Blätterteigtaschen, gefüllt mit Frischkäse und getrockneten Sommertomaten, begleitet und Ayinger Bairisch Pils die köstlichen Andechser Käsenocke [Text und Fotos: Doris Losch]
Weitere Informationen: www.private-brauereien.de
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