Ihn ziert das bereits bekannte preisgekrönte Wiesn-Plakatmotiv mit dem leuchtend-bunten Puzzle aus Herzerl, Riesenrad, Brez’n und Krug mit Gesicht. Der Krug ist wieder in zwei Versionen zu haben, ohne Deckel und mit Zinndeckel, den heuer das Bildnis der schönen Lola Montez ziert, Geliebte König Ludwig I.
Wiesn-Krüge gibt es seit drei Jahrzehnten. Sie haben sich inzwischen zu einem begehrten und teuren Sammelobjekt entwickelt. Für einen Krug aus dem Premierenjahr 1978 bezahlen Fans bis zu 600 Euro. Der Sammlerwert der Serie 1978 bis 2008 liegt bei stolzen 2200 Euro. Somit sei, überlegte der in München lebende Schweizer Kabarettist Christian Überschall, der Krug schon beinahe eine zweite Säule der Altersvorsorge. Christian Überschall schwang in diesem Jahr die traditionelle Krug-Rede. Er lobte, der Krug liege gut in der Hand und leuchte aufgrund seiner hellen Farbe im Dunkeln – ein Beitrag zum Energiesparen. Nicht sparte der Kabarettist mit Seitenhieben auf die bayerische Gastronomie. Er bezeichnete Bayern als Land der unbegrenzten Unmöglichkeiten. Hier gelte ein Kellner bereits als freundlich, wenn er nicht handgreiflich werde. Weiter verglich er die Wiesnwirte und das IOC in Sachen Menschenrechte. Die Wirte seien eindeutig erfolgreicher, weil sie das Menschenrecht aufs Rauchen gerettet haben. Was die anwesenden Wiesnwirte dann doch wiederum erfreute.
Toni Roiderer war ohnehin guter Dinge, erstens wohl wegen des bevorstehenden Oktoberfestes, und zweitens, weil ihn Fremdenverkehrschefin Dr. Gabriele Weishäupl als „feschen Gastwirt“ bezeichnete, wofür sich der so gelobte Wirt mit einer Sonderabfüllung Wiesnbier revanchierte. Fazit: Die Wiesn kann kommen. [Doris Losch]
Weitere Informationen: www.muenchen-tourist.de www.brikada.de
Dieser Text wird als Teil des Dagusta-Archivs bewahrt und nicht mehr aktualisiert. Termine, Angebote und externe Verweise können inzwischen überholt sein.
